Mittwoch, 4. Dezember 2013

"Wir holen die Welt rein!"

Halbzeit im ersten INTAKA-Caribbean-NLP-Practitioner
von Christine Seufert

Ich sitze in Holguin in Kuba am Flughafen und bis zum Boarding ist noch Zeit, um einige Eindrücke nieder zu schreiben und Euch von den ersten Eindrücken zu erzählen.

Halbzeit ist in unserem ersten INTAKA-Caribbean-NLP-Practitioner und ich fliege beflügelt von vielen ganz unterschiedlichen Eindrücken, Bildern und Klängen, Düften und Geschmack heute schon nach Hause. Gerne würde ich noch bleiben.

Das war mein erstes Mal in Kuba und ganz sicher nicht das letzte Mal!

Mein erster Eindruck: „Tranquilo und cuidado!“ Immer mit der Ruhe und gut aufpassen. Alles geht langsam und gemächlich und braucht einfach seine Zeit. Nach Stunden am Flughafen haben wir endlich das zweite Auto, das wir reserviert hatten. Die drei Teilnehmerinnen, die mit uns geflogen sind, sind schon vor Stunden von einem Fahrer abgeholt worden. Im Dunkeln machen wir uns auf den Weg nach Baracoa. Die Strecke ist abenteuerlich! Schlaglöcher, Schlammpfützen und –seen. Wir brauchen für die 250 km sechs Stunden und es fasziniert mich mehr als es nervt. Angst habe ich gar keine. Ich ahne, was dieses andere Leben hier, von dem ich bisher nur gehört habe, bedeuten kann. „Tranquilo!“ denke ich mir jeden Tag bei dem gemächlichen Tempo, mit denen sich Menschen bewegen. Ich sehe kaum Hetze. In der Bank sitzen die Menschen stundenlang, um ihre Geldgeschäfte zu machen und dabei gibt es Gespräche, Kontakt und Miteinander. Eine beginnt zu singen und da schreitet direkt das Aufsichtspersonal ein, damit keine Fiesta entsteht. Bankgeschäfte sind auch in Kuba ein ernstes Geschäft. Die Kellnerin im Restaurant bewegt sich beeindruckend gelassen und ruhig und macht einfach eines nach dem anderen und lässt sich nicht aus der Ruhe bringen – auch nicht von den Gästen, die es noch eilig haben. Mercedes beeindruckt mich. Sie ist in mir ein Anker für Gelassenheit geworden.

Im Kurs sagt eine Teilnehmerin: „In Regensburg machen wir immer Fenster und Türen zu, damit die Geräusche von draußen nicht stören. Hier machen wir Fenster und Türen auf und holen die Welt rein!“. Dieser Satz bringt vieles von unserem Erleben auf den Punkt: Durch das „Ganz-Andere“ an Lebensgefühl, Möglichkeiten, Kultur, Fühlen und Denken der Menschen wird jede und jeder einzelne von uns mit eigenen Gedanken, Überzeugungen, Möglichkeiten, Wünschen und Grenzen konfrontiert. Und das bereichert unsere persönliche Veränderungsarbeit, weil jede und jeder intensiv an sich dran ist und dies in den Kurs einbringen kann. Dazu kommen die wunderschönen Plätze, an denen wir miteinander lernen können: am Playa Manglito, am Pool, in der Stadt, in den Begegnungen mit den Menschen, am Strand. Jede einzelne erlebt mit allen Sinnen die Fülle:

das pralle Grün der vielen Pflanzen: Palmen, Blumen, Avocados, Bananen, Kakao, die bunten Farben der Kleider, das türkisblaue Meer, Pferdekutschen, Bicitaxis, alte Autos, freundliche Gesichter,
hört die vielen Klänge: das Lachen, die Musik, Gespräche, die etwas zum Klingen bringen,
spürt Begegnungen nach, erlebt berührende Erfahrungen, kommt an eigene Grenzen, wird herausgelockt und herausfordert, Neues auszuprobieren, manches Mal auch die Komfortzone zu verlassen und dabei buntes Miteinander und Leben zu entdecken, spürt Berührung, die bewegt und weiter bringt, nimmt die Sonne auf der Haut wahr,
riecht und schmeckt das Leben, leckeres Essen, frisches Obst, Rum, Mojito, Caipirinha und vieles andere.

Mich selbst berührt und bewegt der wunderschöne Ort für das INTAKA-Caribbean-Center Ile Ocha und ich ahne die vielen Möglichkeiten zur persönlichen Entwicklung, zu Lernen und Weiterbildung, die es dort geben wird.

Schade, dass ich schon nach Hause muss… Ich freue mich jetzt schon auf das nächste Mal!

Anmerkung: Der Kurs ist beim Erscheinen des Newsletters schon vorbei. Die Teilnehmer/innen sind zurück in Deutschland und Peru und können sicher ihre ganz eigenen Geschichten erzählen ;-)