Mittwoch, 4. Dezember 2013

Produktivität im Handwerk

von Günther Gruber

Wie kann ich die Produktivität in meinem Unternehmen steigern? Darüber machen sich die Unternehmensleiter und Führungskräfte in den Handwerksbetreiben in regelmäßigen Abständen intensive Gedanken. Die Studien zu diesem Thema der letzten Jahre zeigen, dass diese Gedanken berechtigt im Mittelpunkt der Überlegungen des Unternehmensmanagements sind. Denn diese Studien offenbaren, dass noch immer große Potentiale für die Erhöhung der Produktivität vorhanden sind.

Der größte Teil der Verschwendung hat dabei seine Ursachen in einer mangelhaften Planung und Steuerung und einer mangelnden Kommunikation. So müssen sich die Unternehmensleiter und Führungskräfte wohl an der eigenen Nase packen und erkennen, dass sie für den Großteil der Verschwendung von Produktivität verantwortlich sind. Denn Planung, Steuerung und Kommunikation sind die ureigenen Aufgaben der Führung.

Nun drängt sich natürlich die Frage auf, wie dieses Dilemma zu lösen ist? Natürlich brauchen wir eine Schulung und das Angebot dafür ist ja auch nicht zu knapp. Die Unternehmensleiter und Führungskräfte lernen dort Methoden wie sie ihre Projekte besser in den Griff bekommen und Tricks die Motivation der Mitarbeiter zu erhöhen. Lieder funktioniert dies nur in den seltensten Fällen. Dr. Reinhard Sprenger formuliert in seinen Vorträgen hierzu stets einen entscheidenden Satz, der für den Misserfolg, der meisten Führungskräftetrainings verantwortlich ist. „Menschen nehmen das konkrete Verhalten der wertgebenden Person in konfliktären Situationen seismographisch wahr, setzen es in eine Regel um und richten sich danach.“

Die meisten Schulungen setzten an der Verhaltens- und Fähigkeitsebene der Führungskräfte an und wollen diese verbessern. Führungskräfte, die diese Fortbildungen besuchen, bringen, solange sie auch noch freiwillig dabei sind, eine hohe Motivation mit und wollen ihr Verhalten und ihre Fähigkeiten verbessern. Aber die meisten Führungskräfte kennen wohl die Reaktion ihrer Mitarbeiter, nachdem sie von einer möglicherweise auch noch mehrtägigen Weiterbildung wieder in den Betrieb kommen. „Last euch nur ein wenig Zeit, dann geht der Anfall des Chefs schon wieder vorüber.“ Das Ganze wird ausgesetzt und die Erfahrung zeigt, dass sie den Gedanken von Dr. Reinhard Sprenger folgen und erst einmal sehen wollen was die Schulung wirklich taugt. Entscheidend für den Erfolg sind nämlich nicht die Wochen nach der Ausbildung, sondern, wie Dr. Sprenger es formuliert, die konfliktäre Situation. Was nichts anderes heißt, als dass in einer Situation in der die Führungskraft wirklich involviert ist, sich dieser Situation emotional nicht entziehen kann, die wahren Glaubenssätze, Werte und Rollenbilder aus dem unbewussten wieder hervortreten und die Krugs dabei ist, dass genau das Verhalten in dieser Situation entscheidend für die Mitarbeiter ist. Da sich die Fortbildung aber mit diesen Ebenen nicht beschäftigt hat, werden die Mitarbeiter feststellen, dass alles beim Alten geblieben ist und so weiter machen wie bisher. Die Führungskraft hingegen wird feststellen, dass sich die Mitarbeiter, trotz seines Bemühens, nicht verändert haben und wird deshalb so weiter machen wie bisher. Entscheidend für die Weiterentwicklung ist also, dass die Führungskraft nicht in den Spiegel der Erkenntnis schaut, sondern als erstes in den Spiegel der Selbsterkenntnis und zwar so, dass alle Ebenen der Persönlichkeit sichtbar werden. Das Verhalten, die Fähigkeiten, die Glaubenssätze, die Werte, die Rollen, die Missionen, und die Ethik.

Robert Dilts, Trainer, Berater und Mitbegründer des NLP zeigt in seinem Modell der Neurologischen Ebenen die verschiedenen Fassetten der Persönlichkeit eines Menschen. Erst wenn sich die Führungskräfte auf den Weg machen, sich selbst besser kennen zu lernen, werden sie ihre eigenen Problemfelder erkennen und daran arbeiten können. Vor allem die Rollen, Werte und Glaubenssätze sind es, an denen sie arbeiten müssen. Damit sie auch in den entscheidenden Situationen ruhig, gelassen und kommunikativ bleiben.