Mittwoch, 4. Dezember 2013

Das L im N-L-P

mit Sprache Veränderung begleiten
von Monika Stemmer

Sprache hat mich schon immer fasziniert – beruflich nutze ich Sprache als Übersetzerin, Trainerin und Coach. Worte waren ursprünglich Zauber, und das Wort hat noch heute viel von seiner alten Zauberkraft bewahrt.

Seit jeher gab es Politiker, Philosophen, religiöse Führer, Dichter und Denker – Männer und Frauen – die durch die Kraft ihrer Sprache Veränderungen bei anderen Menschen bewirkten, durch Schriften und Reden den Verlauf der Geschichte maßgeblich geformt und beeinflusst haben. Sie verfügten alle über ein grundlegendes Repertoire an Mustern, um die Überzeugungen ihrer Mitmenschen zu beeinflussen. Laut Sigmund Freud rufen Worte Affekte hervor, sind „das allgemeine Mittel zur Beeinflussung der Menschen untereinander“.

„Wenn es nur eine einzige Wahrheit gäbe,
bräuchte man nicht 100 Bilder über ein und dasselbe Thema malen.“ (Pablo Picasso)

Eine Grundannahme des NLP lautet „Die Landkarte ist nicht das Gebiet.“

Wir alle nehmen die Welt und das, was uns begegnet unterschiedlich wahr, machen unser eigenes (Ab-)Bild - unsere Landkarte - von der Welt. Das liegt an unseren Wahrnehmungs-filtern, unseren Erfahrungen und Interessen, unseren Werten und Glaubenssätzen, unserem sozialen und kulturellen Hintergrund, und das drückt sich auch in unserer Sprache aus.

Sprache bündelt Erfahrenes und fasst Ähnliches zusammen – sehr unterschiedlich, je nach Sprach- und Kulturkreis: Inuit beispielsweise haben über 100 verschiedene Wörter für Schnee – in ihrem Lebensraum eine (über-)lebensnotwendige Differenzierung! Franzosen brauchen mehrere Begriffe, um die Bedeutung des deutschen Wortes „gemütlich“ zu beschreiben. Deutsche unterscheiden Bürste und Pinsel, wogegen der englische Begriff „brush“ für beides steht. Engländer wiederum benennen den „Geist“ der Deutschen genauer: „spirit“, „mind“ oder „ghost“. Im Griechischen gibt es zwei Begriffe für „Zeit“: „Chronos“ ist die messbare Zeit, die äußere Zeiteinheit. „Kairos“ ist die Zeitqualität „ die „innere Zeit“, der richtige oder falsche Zeitpunkt.

Wir benutzen Worte um „Dinge“ zu beschreiben und reden also nicht immer vom Gleichen! Unsere Erfahrungen und Erlebniswelt(en) fassen wir in Worte, formulieren so – oft stark komprimiert und für andere missverständlich - unsere Sichtweisen, Wünsche und Erwartungen, schaffen so in der Kommunikation mit anderen Raum für Interpretation und Missverständnisse. Worte, zu uns selbst und anderen gesprochen, beeinflussen auch unseren Zustand, unser Denken, Fühlen und Handeln - unser (Er-)Leben; sie können verletzen oder Wohlgefühl erzeugen, aufbauen, sogar heilen.

Genau hier setzt das L im N-L-P (NeuroLinguistisches Programmieren) an, mit dem Wissen um Sprache (verbal und nonverbal), um Codierung von Erfahrungen und Sprachmuster. NLP hat ganz viel mit Übersetzen zu tun hat, dem Über-setzen in der Muttersprache – als Sprachmittler „zwischen den Welten“ eines Kulturkreises.
Was haben Menschen und Orangen gemeinsam?
Presst man Orangen aus, kommt heraus, was drin ist – nämlich Orangensaft.
Drückt sich der Mensch aus, dann kommt aus seinem Munde und aus seiner Vorstellung ebenfalls das, was in ihm drin ist – nämlich seine innere Haltung.

Unsere Sprache ist also der Spiegel (Ausdruck) unserer Erfahrungen, unserer geistigen Landkarten, unseres Modells der Welt. Schon Aristoteles sagte, Wörter seien Zeichen und Gleichnis unserer seelischen Vorgänge und geistigen Erfahrungen. Da lohnt es sich die Ohren zu spitzen, unsere Wahrnehmung zu schulen für Gesagtes und auch für Körpersprache (Mimik, Augenzugangshinweise, Gestik und Stimme). Meist sagt’s der Körper zuerst – ein weiser Berater! Denken Sie auch an die vielen Redewendungen und psychosomatischen Sätze und Selbstaussagen.

Über die Sprache haben wir andererseits auch Zugang zu unserer Erlebniswelt. Sie ist der Schlüssel zu unseren Erfahrungen, Glaubenssätzen, Mustern, Prägungen, die mit entscheiden, wie wir unser Leben organisieren. Somit kann sie beim Prozess der Veränderung und Heilung eine wichtige Rolle spielen, weil wir über sie mit etwas in Kontakt treten, das weit über die Worte selbst hinausreicht.

NLP nutzt Sprache für gelingende Kommunikation und erfolgreiches Zustandsmanagement, in privaten und beruflichen Kontexten:
 Rapport aufbauen – gelingender Kontakt
 Denkvorlieben erkennen - erfolgreich kommunizieren
 Sprachmuster erkennen und nutzen
 Hinterfragen - zum Umdenken anleiten – neue Sichtweisen schaffen
 Wahrnehmung erweitern - Wahlmöglichkeiten schaffen
 Ziele formulieren
 Ressourcen erschließen
 Veränderung erfahren und begleiten
 Selbstmanagement und Persönlichkeitsentwicklung


Seien Sie neugierig auf die Welt des anderen, und entdecken Sie, was in Ihnen steckt!