Mittwoch, 24. Juli 2013

Welche Philosophie prägt uns beim Bau unseres INTAKA-Caribbean-Centers?

von Gerhard Gigler

Wenn du dich zurücklehnst, beginnt ein faszinierender Traum - November 2013

Mit T-Shirt und kurzer Hose sitze ich um Mitternacht auf dem Balkon vor meinem Zimmer, lehne mich tief ausatmend zurück und blicke hinaus aufs Meer. Der Mond glitzert auf den Wellenspitzen und ich höre dem leisen aber mächtigen Rauschen zu. Irgendwo aus der Entfernung höre ich Musik mit Latino-Rhythmen und ich weiß, dass Menschen in einer alten Fischerhütte ein Fest feiern und tanzen. Ich höre sie lachen und aus der Ferne das spanische Stimmengewirr. Sie haben nix und sie haben alles. Ich schließe meine Augen und denke an die strahlenden Gesichter und das Lachen der Menschen, die ich heute am Strand getroffen habe. Das Meer ist türkisblau in meiner Erinnerung an den Tag und wenn ich die Augen schließe ist meine Seele türkisblau und genießt die bewegende Ruhe. Die Strandtrance vom Abend im NLP-Seminar wirkt noch nach, das Mondlicht leuchtete aus der Unendlichkeit durch die Palmen auf mein Gesicht und ließ die ruhige Stimmung in mir monden werden. Einfach wunderschön in dieser Umgebung Trancesprachmuster und viel anderes zu lernen.

Eine NLP-Ausbildung auf einer karibischen Insel, 3 Wochen lang, ein Seminarhotel mitten in der Karibik, wie verrückt muss man sein?

Kreative Bewegung beginnt im Chaos – Oktober 2008

Die beiden Hurrikane Gustav und Ike zerstörten 2008 eine halbe Million Häuser ganz oder teilweise und machten über 250.000 Personen obdachlos. Kuba verlor in den Wirbelstürmen Tausende von Trocknungshäusern für Tabak und Hunderte von Kinosälen und Schulen. Die Schäden beliefen sich gemäß offiziellen kubanischen Schätzungen auf 5 Mrd. US-Dollar.
Auf dem Fest der deutschen Botschaft in Havanna treffe ich viele Kontaktpersonen, die mir für unser INTAKA-Hilfsprojekt wichtige Infos gaben. Kooperationen entstehen. Unsere Idee begeistert und Menschen profitieren von INTAKA-Kunden. Danke für Steine, Beton, Dächer, Matratzen, Toilettenschüsseln, Nahrungsmittel, Geschenkpäckchen für Kinder, Wassertanks, Kleidung, Schuhe. Ich schlafe im Chaos. Wasser tropft durchs Dach, ich verschiebe das Bett. Ich weiß, viele haben kein Bett, schlafen draußen oder eben garnicht. Die Großmutter in der Wohnung nebenan hustet sich einen Hurrikan aus dem Leib. Die Toilette hat keine Tür. Wasser hole ich von unten mit dem Eimer, drei Stockwerke mit dem Eimer. Ich hole die einzige Kerze aus dem Raum nebenan und zünde sie an, um im Bad Licht zu haben. Am nächsten Tag stehe ich auf und schaue aus meinem müden Inneren hinaus in die karibische Hurrikanrealität und sehe Menschen mit strahlenden Gesichtern. Und wieder einmal überlege ich neu, was mir wirklich wichtig ist im Leben.

Lebe mit Lust deine Freiheit zum Risiko, sonst riskierst du die Freiheit deiner Lebenslust – Juli 2013

Virginia Satir, die „Mutter“ der systemischen Familientherapie formuliert 5 Freiheiten des Menschen und benennt dabei: Die Freiheit, um der eigenen Interessen willen Risiken einzugehen, statt sich dafür zu entscheiden, "auf Nummer sicher zu gehen".
Natürlich ist es ein großes Risiko – und das ist es immer noch – in einem sozialistisch geprägten Land mit den bekannten politischen Verhältnissen und dieser turbulenten Geschichte ein Seminarhotel zu bauen. Dennoch finden wir auf Kuba eine so außergewöhnlichen Lebenswelt und eine Mentalität, die uns eine andere Landkarte von der Welt entwirft. Es lohnt sich gerade um der Lebenslust willen sich auf dieses Risiko einzulassen.
Und es läuft nach Plan, unerwartet und überraschend. Das Mittelhaus ist fertig und bis Oktober wird das erste Gästehaus gebaut, das zweite wird bis Februar fertiggestellt. Unser Haus mit 32 Betten ist also am Entstehen und 25 Bauarbeiter haben dadurch monatliches Einkommen und können ihre Familien ernähren.

Multikulti beginnt in der Küche – November 2013

Bunt wird es und schmackhaft soll die vielfältige Küche riechen. Wenn in einem kubanischen Seminarhotel ein gelernter kubanischer Koch, eine bayrische Bauersfrau und eine deutsche Ärztin, die sich mit der Küche von Metabolic Balance beschäftigt, gemeinsam am Herd stehen, kann man schmunzelnd von „Diversity Management“ sprechen. Wir nutzen soziale Vielfalt konstruktiv und konstruieren damit vielfältigen sozialen Nutzen: in der Küche, in unseren Seminaren und in den Freizeitangeboten. Gerade da wollen wir auch mit der kubanischen Realität, dem karibischen Lebensgefühl und den unterschiedlichen mentalen Welten konfrontieren. All das lassen wir uns schmecken.

„New Economics“ im Denken und Tun

Unsere Blickrichtung ist die Ursprünglichkeit, unsere Philosophie die Weiterentwicklung aller Beteiligten. Profitieren sollen die kubanischen Fanilien vor Ort, die Beschäftigung finden. Bewusst wählen wir keine staatlichen Baubrigaden und lassen uns auf mehr organisatorische Herausforderungen beim Bau ein – im Sinne der Menschen, die an diesem Strandabschnitt in armen Verhältnissen leben. Alle INTAKA-Kunden profitieren von den günstigen Preisen (Doppelzimmer pro Person mit Frühstück 24,- €) und von der traumhaften Seminarumgebung, von der interkulturellen Ausrichtung und den vielen kostenfreien Extras wie Massagen etc. Alle Seminaranbieter, die hier Seminare durchführen werden, profitieren durch die vielen äußerst günstigen Bedingungen, da wir das Angebot so gestalten wollten, wie wir es uns selber immer gerne gewünscht hätten. So halten wir beispielsweise das Hotel bis zum letzten Tag vor Kursbeginn frei, ohne zusätzliches Stornorisiko.
Zudem werden kubanische Professionals kostenfrei Seminarplätze erhalten. So wollen wir unser Hilfsprojekt mit unserem Kerngeschäft fortführen. Und wir als Integrative Akademie für Bildung- und Coaching, feiern mit INTAKA 20 Jahre und schenken uns einen traumhaften Ort für Lernen, Entwicklung, Entspannung, Integration und interkulturellen Austausch. Wir erweitern unsere inneren und äußeren Perspektiven um kreativ und innovativ in die Zukunft zu blicken.

Das INTAKA-Caribbean-Center „Ile Ocha“

“Ile Ocha” kommt aus der Yoruba Sprache und bedeutet so viel wie „heilige Hütte“, in der sich der Gast rundherum wohlfühlen soll. Auf ca. 15.000 m² Palmenwald direkt am karibischen Sandstrand mit Bananenplantage, zwischen Mango- und Mandelbäume, Avocado- und Yucapflanzen steht unser Haus als Wohlfühlort, der eine Auszeit ermöglicht, Ausbildungen zum Genuss werden lassen und Veränderungsprozesse und Lernen mit Lebenslust und Erholung verbindet.


Ich freue mich auf Sie
Gerhard Gigler